Preis kWh Strom - so viel kostet der Strom
Die Strompreise in Deutschland steigen seit Jahren kontinuierlich an, und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht absehbar. Viele Haushalte zahlen deutlich mehr als nötig, weil sie noch nie den Anbieter gewechselt haben. Dabei lässt sich mit einem Wechsel oft eine erhebliche Summe sparen – ohne Komfortverlust und ohne Risiko. In diesem Artikel erfahren Sie, was eine Kilowattstunde Strom aktuell kostet, wie sich der Preis zusammensetzt und wie Sie als Verbraucher am besten davon profitieren.
Warum ein Stromanbieterwechsel so viel Ersparnis bringt
Die Ersparnis beim Wechsel des Stromanbieters ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Laut aktuellen Analysen von Vergleichsportalen kann ein Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden über einen Zeitraum von fünf Jahren durchschnittlich rund 980 Euro sparen. Das entspricht fast 200 Euro pro Jahr – Geld, das viele Familien gut gebrauchen können.
Das Sparpotenzial ist im Vergleich zu früher erheblich gewachsen. Während die durchschnittliche Ersparnis im Jahr 2010 noch bei etwa 147 Euro lag, beträgt sie heute rund 281 Euro – ein Anstieg um 76 Prozent. Dieser Anstieg hat mehrere Gründe: Zum einen gibt es inzwischen viele neue Stromanbieter auf dem Markt, die mit günstigen Tarifen um Kunden konkurrieren. Zum anderen haben viele lokale Grundversorger ihre Preise in den vergangenen Jahren erhöht, während alternative Anbieter ihre Preise gesenkt haben, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Auch Ökostromtarife sind inzwischen preislich attraktiv. Früher mussten Verbraucher für Strom aus erneuerbaren Energien oft einen Aufpreis zahlen. Heute liegen die Preise für Ökostrom häufig auf dem gleichen Niveau wie für konventionell erzeugten Strom aus Kohle oder Atomkraft. Für umweltbewusste und preisbewusste Kunden ist Ökostrom daher eine echte Alternative, die beim Anbieterwechsel unbedingt berücksichtigt werden sollte.

Ein Wechsel des Stromanbieters ist einfacher als viele denken – und die Ersparnis kann mehrere hundert Euro pro Jahr betragen.
So einfach funktioniert der Wechsel
Viele Verbraucher scheuen den Wechsel aus Angst vor Komplikationen oder einer Unterbrechung der Stromversorgung. Diese Sorge ist unbegründet: Der Wechsel des Stromanbieters ist in Deutschland gesetzlich geregelt und verläuft in der Regel reibungslos. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim alten Versorger und meldet den neuen Vertrag beim Netzbetreiber an. Der Verbraucher muss sich um nichts weiter kümmern.
Der Ablauf ist einfach: Zuerst wählen Sie einen passenden Tarif – oft über ein Vergleichsportal oder direkt beim Anbieter. Dann füllen Sie das Online-Formular aus und erteilen dem neuen Anbieter die Kündigungsvollmacht. Ab dem gewünschten Termin übernimmt der neue Anbieter die Lieferung. Eine Unterbrechung der Stromversorgung gibt es nicht, da der Netzbetreiber gesetzlich verpflichtet ist, die Versorgung sicherzustellen.
Wichtig ist, die Kündigungsfrist des aktuellen Vertrags zu beachten. In der Grundversorgung beträgt sie in der Regel zwei Wochen, bei Sondertarifen oft bis zu sechs Wochen zum Vertragsende. Ein Blick in die Vertragsunterlagen lohnt sich daher.
Um das Sparpotenzial realistisch einschätzen zu können, ist es hilfreich, den eigenen Stromverbrauch zu kennen. Ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland verbraucht je nach Größe unterschiedlich viel Strom:
- Single-Haushalt: ca. 1.500 bis 2.000 kWh pro Jahr
- Paar-Haushalt: ca. 2.500 bis 3.000 kWh pro Jahr
- Familie mit Kindern (4 Personen): ca. 4.000 bis 5.000 kWh pro Jahr

Der tatsächliche Verbrauch hängt von vielen Faktoren ab, etwa der Anzahl der elektrischen Geräte, der Nutzung von Waschmaschine und Trockner, der Art der Warmwasserbereitung und ob ein Elektroauto geladen wird. Wer seinen Verbrauch nicht genau kennt, findet die Angabe auf der letzten Stromrechnung oder kann den Zählerstand über einen bestimmten Zeitraum ablesen.
Strompreise pro Kilowattstunde – die Entwicklung
Der Preis für eine Kilowattstunde Strom ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2013 kostete eine Kilowattstunde für Haushalte durchschnittlich 28,8 Cent. Im Folgejahr stieg der Preis auf 29,1 Cent an, ging 2015 jedoch leicht auf 28,81 Cent zurück. Diese Schwankungen zeigen, dass der Strompreis nicht nur von langfristigen Trends, sondern auch von kurzfristigen Marktentwicklungen beeinflusst wird.
Für Verbraucher bedeutet das: Wer regelmäßig die Preise vergleicht und bei Bedarf wechselt, kann von günstigeren Tarifen profitieren. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind oft erheblich – selbst bei gleichem Verbrauch können die jährlichen Kosten um mehrere hundert Euro variieren.
Die Zusammensetzung des Strompreises
Der Strompreis setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Dazu gehören die Kosten für Produktion, Transport und Vertrieb sowie staatliche Abgaben wie Steuern und Umlagen. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) entfielen im Jahr 2015 von den gesamten Stromkosten pro Kilowattstunde 13,88 Cent auf Produktion, Vertrieb und Transport. Davon machten die Beschaffung und der Vertrieb 7,12 Cent aus, während der Transport mit 6,76 Cent zu Buche schlug.

Ein weiterer Bestandteil ist die Stromsteuer, die auch als Beschaffungssteuer bezeichnet wird. Sie beträgt 2,05 Cent pro Kilowattstunde und wird von jedem Stromanbieter erhoben. Im Jahr 2012 – den jüngsten verfügbaren Zahlen – erwirtschaftete der Staat mit der Stromsteuer knapp 7 Milliarden Euro.
Die EEG-Umlage und weitere Abgaben
Ein großer Teil des Strompreises entfällt auf die EEG-Umlage, die zur Förderung erneuerbarer Energien dient. Sie wird von den Stromverbrauchern über den Strompreis finanziert und ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Hinzu kommen weitere Umlagen wie die KWK-Umlage, die Offshore-Haftungsumlage und die Konzessionsabgabe, die je nach Region unterschiedlich hoch ausfällt.
Für Verbraucher ist es wichtig zu verstehen, dass nur ein Teil des Strompreises vom Anbieter beeinflusst werden kann. Die staatlichen Abgaben und Netzentgelte sind für alle Anbieter gleich. Der Wettbewerb findet vor allem bei den Beschaffungs- und Vertriebskosten statt – genau hier setzt der Preisvergleich an.
Ökostrom – günstig und umweltfreundlich
Lange Zeit galt Ökostrom als teure Alternative für Idealisten. Doch die Preise für Strom aus erneuerbaren Energien sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Mittlerweile liegen sie auf einem ähnlichen Niveau wie die Preise für konventionell erzeugten Strom. Das macht Ökostrom für eine breite Masse attraktiv – sowohl für umweltbewusste als auch für preisbewusste Kunden.
Beim Wechsel zu einem Ökostromtarif sollten Verbraucher darauf achten, dass der Anbieter tatsächlich Strom aus erneuerbaren Quellen liefert und nicht nur mit Zertifikaten handelt. Seriöse Anbieter sind transparent und weisen die Herkunft des Stroms aus. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel über seriöse Stromanbieter.
So finden Sie den besten Tarif
Ein Strompreisvergleich ist der schnellste Weg, um einen günstigen Tarif zu finden. Dabei sollten Sie nicht nur auf den Preis pro Kilowattstunde achten, sondern auch auf die Vertragsbedingungen: Laufzeit, Kündigungsfrist, Preisgarantie und mögliche Boni. Ein günstiger Tarif mit kurzer Laufzeit und Preisgarantie ist oft die beste Wahl.
Nutzen Sie Vergleichsportale, um einen Überblick über die aktuellen Angebote zu erhalten. Achten Sie darauf, dass Sie Ihren tatsächlichen Verbrauch angeben, um realistische Ergebnisse zu erhalten. Weitere Tipps finden Sie in unserem Ratgeber Günstige Stromanbieter finden.
Fazit: Wechseln lohnt sich
Die Strompreise sind in den letzten Jahren gestiegen, aber die Unterschiede zwischen den Anbietern sind größer denn je. Wer regelmäßig vergleicht und wechselt, kann mehrere hundert Euro pro Jahr sparen – ohne Komfortverlust und ohne Risiko. Der Wechsel ist einfach, sicher und dauert nur wenige Minuten. Nutzen Sie die Chance und finden Sie noch heute Ihren passenden Tarif.