Billiger Stromanbieter
Wer heute noch nie den Stromanbieter gewechselt hat, verschenkt Jahr für Jahr bares Geld – oft mehrere Hundert Euro. Dabei ist der Wechsel zu einem billigen Stromanbieter einfacher als viele denken und dauert meist nur wenige Minuten. Dieser Artikel zeigt, wie viel Sparpotenzial in einem Wechsel steckt, worauf es bei Ökostrom ankommt und wie Sie den passenden Tarif finden.
Warum sich der Wechsel zu einem billigen Stromanbieter lohnt
Die Differenz zwischen den Tarifen der Grundversorger und den Angeboten alternativer Anbieter ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Während die örtlichen Grundversorger ihre Preise mehrfach erhöht haben, sind die Preise vieler Wettbewerber gesunken oder zumindest stabil geblieben. Gleichzeitig drängen immer mehr neue Stromanbieter auf den Markt, die mit besonders günstigen Konditionen um Neukunden werben. Dadurch ist der Wettbewerb intensiver geworden – und genau davon profitieren Verbraucher, die bereit sind zu wechseln.
Ein Beispiel: Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5.000 Kilowattstunden – das entspricht in etwa einem Vier-Personen-Haushalt – kann durch einen Wechsel über einen Zeitraum von fünf Jahren rund 980 Euro sparen. Noch im Jahr 2010 lag das durchschnittliche Sparpotenzial bei lediglich 145 Euro pro Jahr. Inzwischen sind es im bundesweiten Schnitt etwa 281 Euro jährlich. Diese Entwicklung zeigt: Der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter ist heute attraktiver denn je.
Ein Vier-Personen-Haushalt kann durch einen Anbieterwechsel über fünf Jahre fast 1.000 Euro sparen – ohne auf Komfort verzichten zu müssen.
Regionale Unterschiede beim Sparpotenzial
Wie viel sich durch einen Wechsel konkret sparen lässt, hängt stark vom Wohnort ab. In manchen Städten ist das Sparpotenzial besonders hoch, weil die lokalen Grundversorger vergleichsweise teuer sind. So können Verbraucher in Pforzheim derzeit rund 565 Euro pro Jahr sparen, wenn sie zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Auch in Gelsenkirchen ist das Potenzial mit etwa 506 Euro enorm. In Hanau, Trier, Marl und Bottrop liegen die möglichen Ersparnisse ebenfalls über 500 Euro jährlich.

Selbst in Städten mit einem etwas geringeren Sparpotenzial lohnt sich der Wechsel fast immer. In Berlin beispielsweise beträgt die durchschnittliche Ersparnis rund 449 Euro im Jahr. Zwar liegt das unter den Spitzenwerten anderer Städte, aber auch hier zahlen viele Haushalte deutlich mehr als nötig. Entscheidend ist, dass die Grundversorgungstarife in den meisten Regionen deutlich teurer sind als die günstigsten Alternativangebote.
Diese regionalen Unterschiede machen deutlich, wie wichtig ein individueller Vergleich ist. Pauschale Aussagen helfen wenig, denn der optimale Tarif hängt von der Postleitzahl, dem Jahresverbrauch und den persönlichen Präferenzen ab. Ein Tarifrechner, der alle relevanten Faktoren berücksichtigt, ist daher die beste Grundlage für eine fundierte Entscheidung.
Wie der Wechsel zu einem billigen Stromanbieter abläuft
Viele Menschen scheuen den Wechsel, weil sie bürokratische Hürden oder eine Unterbrechung der Stromversorgung befürchten. Tatsächlich ist der Ablauf jedoch denkbar einfach und mit wenigen Klicks erledigt. Zunächst geben Sie in einem Vergleichsrechner Ihre Postleitzahl und Ihren ungefähren Jahresverbrauch ein. Anschließend erhalten Sie eine Liste mit Tarifen, die nach Preis oder anderen Kriterien sortiert werden können.
Haben Sie einen passenden Tarif gefunden, können Sie den Wechsel direkt online beauftragen. Der neue Anbieter übernimmt in der Regel die gesamte Kommunikation mit dem bisherigen Versorger, einschließlich der Kündigung des alten Vertrags. Sie müssen sich also um nichts weiter kümmern. Die Stromversorgung ist zu jedem Zeitpunkt gesichert, da der Wechsel nahtlos erfolgt – es gibt keine Unterbrechung.

Wichtig ist, die Kündigungsfrist des aktuellen Vertrags zu beachten. In der Grundversorgung beträgt sie meist zwei Wochen, bei Sonderverträgen kann sie länger sein. Der neue Anbieter hilft jedoch dabei, den optimalen Wechselzeitpunkt zu finden, sodass keine Doppelzahlungen entstehen. Nach der Bestätigung erhalten Sie eine Vertragsbestätigung und alle weiteren Informationen per E-Mail oder Post.
Stromverbrauch realistisch einschätzen
Um den passenden Tarif zu finden, ist eine realistische Einschätzung des eigenen Stromverbrauchs unerlässlich. Wer zu wenig angibt, riskiert Nachzahlungen; wer zu viel angibt, zahlt möglicherweise einen zu hohen Abschlag. Als Orientierung gelten folgende Durchschnittswerte:
- Single-Haushalt: etwa 1.500 bis 2.000 kWh pro Jahr
- Zwei-Personen-Haushalt: etwa 2.500 bis 3.000 kWh pro Jahr
- Drei-Personen-Haushalt: etwa 3.500 bis 4.000 kWh pro Jahr
- Vier-Personen-Haushalt: etwa 4.000 bis 5.000 kWh pro Jahr
Der tatsächliche Verbrauch hängt von vielen Faktoren ab, etwa der Anzahl elektrischer Geräte, der Nutzung von Warmwasser über Strom oder dem Vorhandensein eines elektrischen Herds. Ein Blick auf die letzte Stromrechnung gibt den genauesten Aufschluss. Dort ist der Jahresverbrauch in der Regel klar ausgewiesen.
Für einen ersten Überblick können Sie auch die oben genannten Richtwerte nutzen. Bedenken Sie jedoch, dass ein sparsamer Haushalt deutlich darunter liegen kann, während ein Haushalt mit vielen Geräten oder einer Wärmepumpe auch deutlich mehr verbraucht. Je genauer Ihre Angabe, desto passender ist der Tarif, den der Vergleichsrechner vorschlägt.

Billiger Ökostrom – Umwelt schonen und sparen
Lange Zeit galt Ökostrom als teure Alternative für Umweltbewusste. Doch diese Zeiten sind vorbei: Inzwischen sind viele Ökostromtarife preislich mit konventionellem Strom vergleichbar oder sogar günstiger. Dank der stark gesunkenen Kosten für erneuerbare Energien und der wachsenden Konkurrenz auf dem Markt ist Ökostrom für breite Bevölkerungsschichten erschwinglich geworden.
Wer zu einem Ökostromtarif wechselt, kann also gleich doppelt profitieren: Er spart Geld und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. Allerdings ist nicht jeder Ökostromtarif gleich vertrauenswürdig. Manche Anbieter kaufen lediglich Zertifikate für Strom aus erneuerbaren Quellen, ohne dass dadurch tatsächlich zusätzliche erneuerbare Energien gefördert werden. Um sicherzugehen, dass Ihr Ökostrom wirklich einen Unterschied macht, sollten Sie auf anerkannte Labels achten.
Vertrauenswürdige Ökostromlabels
Zwei Labels haben sich in Deutschland als besonders verlässlich etabliert: das Grüner Strom Label und das ok-Power Label. Beide garantieren, dass der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt. Darüber hinaus verpflichten sich die Anbieter, einen festen Betrag pro verkaufter Kilowattstunde in den Ausbau neuer erneuerbarer Energieanlagen zu investieren.
Beim Grüner Strom Label beträgt diese Investitionsverpflichtung einen Cent pro Kilowattstunde. Das Label wird von einem Verein vergeben, der von Umwelt- und Naturschutzorganisationen getragen und kontrolliert wird. Ähnlich funktioniert das ok-Power Label: Auch hier fließt ein Cent pro Kilowattstunde in den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Vergabestelle ist der Verein EnergieVision, der strenge Kriterien anlegt.
Wenn Sie also einen Ökostromtarif wählen, achten Sie auf eines dieser Labels. So stellen Sie sicher, dass Ihr Geld tatsächlich in die Energiewende fließt und nicht nur in den Kauf von Zertifikaten. Viele Vergleichsportale bieten die Möglichkeit, gezielt nach Tarifen mit diesen Labels zu filtern.
So finden Sie den passenden billigen Stromanbieter
Die Suche nach dem günstigsten Tarif kann angesichts der Vielzahl von Angeboten überwältigend wirken. Ein strukturiertes Vorgehen hilft jedoch, schnell den Überblick zu behalten. Beginnen Sie mit einem unabhängigen Vergleichsrechner, der Tarife von über 1.000 Anbietern berücksichtigt. Geben Sie Ihre Postleitzahl und Ihren Jahresverbrauch ein und legen Sie fest, welche Kriterien Ihnen wichtig sind – etwa Preis, Vertragslaufzeit, Bonus oder Ökostrom.
Achten Sie bei der Auswahl nicht nur auf den reinen Arbeitspreis pro Kilowattstunde, sondern auch auf den Grundpreis und eventuelle Boni. Manche Anbieter locken mit hohen Neukundenboni, die den effektiven Preis im ersten Jahr deutlich senken. Allerdings sollten Sie prüfen, ob der Tarif auch nach Ablauf der Bonusphase noch günstig ist oder ob dann ein teurerer Tarif droht. Ein Blick auf die Vertragsbedingungen lohnt sich daher immer.
Weitere hilfreiche Informationen finden Sie auf unseren Themenseiten, etwa zum aktuellen Strompreis und seiner Zusammensetzung oder zu günstigen Stromanbietern im Vergleich. Wer sich einen Überblick über die besten Anbieter verschaffen möchte, kann auch unseren Artikel zum besten Stromanbieter im Preisvergleich lesen. Und wenn Sie Wert auf Seriosität legen, hilft Ihnen unser Ratgeber zu seriösen Stromanbietern weiter.
Am Ende gilt: Der Wechsel zu einem billigen Stromanbieter ist eine der einfachsten Möglichkeiten, im Haushalt dauerhaft Geld zu sparen. Mit einem realistischen Verbrauchswert, einem Blick auf die Vertragsbedingungen und der Bevorzugung zertifizierter Ökostromtarife treffen Sie eine Entscheidung, die sich sowohl für Ihren Geldbeutel als auch für die Umwelt auszahlt.