Tesla Powerwall – was die Batterie wirklich bringt

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Vor Kurzem hat der Elektroauto-Hersteller Tesla seine neuen Batterien für zu Hause, Unternehmen und Stromanlagen vorgestellt. Die Batterie für das eigene zu Hause wird „Powerwall“ genannt und kann entweder 10 Kilowattstunden (3.500 $) oder 7 Kilowattstunden (3.000 $) Energie speichern.

Die aufgeführten Kosten sind allerdings ohne Installation und Spannungswandler zu verstehen, was bedeutet, dass die tatsächlichen Kosten für den Endkunden wesentlich höher sind. Tesla verkündete, dass die Batterien im Spätsommer ausgeliefert werden könnten.

Für alle, die die Entwicklung vom Stromspeichern verfolgen, gibt es zwei Details, auf welche man achten sollte: die Kosten für die Batterie und was es überhaupt bedeutet, 10 Kilowattstunden Strom zu speichern, die man dann später nutzen kann.

Betrachtet man die Zahlen, ist es alles andere als günstig, aber günstiger, als viele Analytiker vorausgesagt haben. Vor der Verkündung wurden die Kosten in den Medien auf 13.000 $ geschätzt.

„Die Preise der beiden Powerwall-Optionen für Hausbesitzer und Unternehmen wird die Industrie sicherlich ein wenig wachrütteln“, sagte Ravi Manghani, GMT Analytiker. Die Preise sind „geringfügig günstiger als die Preise, welche von einem teuren Elektroauto-Hersteller erwartet wurden. Die Preise werden sicherlich dafür sorgen, dass die Konkurrenz die selben Lösungen zu geringen Preisen anbietet“.

„Die Preise sind weit unter unseren eigenen Erwartungen und den Erwartungen anderer Forschungsorganisationen, die Analysen erstellt haben“, sagte Jesse Morris, Manager des Transport- und Elektrizitätsprogramms des Rocky Mountain Instituts.

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So soll das Tesla Powerwall Batteriesystem funktionieren

Neben dem Preis werden Hausbesitzer darauf achten, wie viel Energie sie mit der Batterie speichern können und was ihnen die Installation bringt, wenn sie Solarstrom erzeugen. Einige einfache Zahlen verhelfen zu einem besseren Überblick.

Laut der US Energy Information Administration verbraucht ein Amerikaner jährlich rund 10.908 Kilowattstunden, was einem Monatsbedarf von 909 Kilowattstunden entspricht (Stand 2013). Dividiert man die Zahl mit 30, kommt man auf einen Durchschnittsverbrauch von 30 Kilowattstunden pro Tag. Demnach deckt die Batterie maximal ein Drittel des täglichen Strombedarfs.

Diese Analyse ist jedoch stark vereinfacht. In der Regel haben einige Haushaltsgeräte den höchsten Strombedarf im Haus. Wäscht man seine Wäsche auf „heiß“, werden circa 4,5 Kilowattstunden verbraucht. Betreibt man aber einen Laptop oder Computer, kostet es wesentlich weniger Kilowattstunden.

Das bedeutet, dass die 10-kwH-Batterie im Falle eines Stromausfalls den Haushalt nicht lange mit Strom versorgen könnte. Schaltet man die großen Verbraucher allerdings ab, würde die Stromversorgung ein wenig länger dauern.

„Wenn du mit der Batterie eine Netzunabhängigkeit erreichen möchtest, könnte es eine kleine Herausforderung werden“, sagt Peter Lilienthal, Geschäftsführer von Homer Energy, die zusammen mit dem Rocky Mountain Institute letztens einen Bericht über die Zukunft von Solarenergie in Haushalten erstellten. „Die Batterien sind nicht geeignet, um die Stromversorgung netzunabhängig zu decken. Wenn Stromausfälle überbrückt werden sollen, eignet sich die Batterie schon besser. Vorausgesetzt, es wird kein Ofen während des Stromausfalls benutzt, kann die Batterie mit 10 Kilowattstunden Kapazität durchaus lange Lichter, Gadgets und einen effizienten Kühlschrank betreiben.“

Die Kunden, die 3.000 $ für Teslas Batterien übrig haben, sind in der Regel keine Normalverdiener, sondern Vielverdiener mit Eigenheim, das viel Energie benötigt.

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Elon Musk, Geschäftsführer von Tesla, hat große Pläne mit der Batterie

Und dann ist da noch die Sache mit der Paarung mit Solarzellen. Laut Tesla entsteht der größte Energiebedarf im Haus am Morgen und in den Abendstunden (vor der Arbeit und nach der Arbeit). Zu diesen Zeiten kann nur schlecht Solarstrom gewonnen werden. Dieser kann am besten tagsüber gewonnen werden, wenn der Energiebedarf sehr niedrig ist.

Eine Idee ist es, den tagsüber gewonnenen Strom in der Batterie zu speichern und ihn dann abends, nachts bis hin zum nächsten Morgen zu nutzen. Auch wenn die Batterie den Bedarf nicht komplett decken könnte, kann sie den Strombezug vom Netz auf ein Minimum und die damit verbundenen Kosten reduzieren.

„Aber so sollen die Batterien nicht genutzt werden“, sagt Peter Rive, Mitgründer von Solar City, die Teslas Powerwall Batterien als Zusatzoption zu ihren Solarpanels anbieten. Vorerst sollen die Batterien als Notreserve für Stromausfälle dienen, sagt Rive. Die Ambitionen sind aber generell höher. Irgendwann sollen die Batterien die Speicherung von Solarstrom sowie die anschließende Versorgung ermöglichen.

„Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen alle unsere Solarstromsysteme mit Tesla Batterien ausgeliefert werden“, sagt Rive.

Es gibt noch viele Batterie-Skeptiker da draußen, insbesondere was Batterien angeht, die bei Stromanlagen genutzt werden sollen, die Tesla auch anbieten wird. Erste Kooperationen wurden bereits mit Oncor und Southern California Edison eingeleitet.

„Die Menschen, mit denen ich mich über Technik unterhalte, sind der Meinung, dass es schwierig wird Lithiumion so günstig herzustellen, dass die Technologie mit dem Netz konkurrieren könnte“, sagt Richard Schmalensee, ein Professor und Ex-Dekan auf der MIT Sloan School of Management, der auch einer der Vorsitzenden der „Future of the Electric Grid„-Studie war, die 2011 erstellt wurde. Auf der anderen Seite gibt es dann aber Oncor, einer der größten texanischen Stromversorger, der ausgesagt hat, dass er mehrere Milliarden Dollar in Energiespeichersysteme investieren möchte.

Es gibt noch einige Unklarheiten, die beseitigt werden müssen, insbesondere, wenn der Markt anfängt zu wachsen. Bisher konnte Tesla aber auf jeden Fall viel Aufmerksamkeit erregen.

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Manfred Strecker ist Politikwissenschaftler und Mitglied bei Greenpeace. Manfred untersucht seit seinem Jugendalter Möglichkeiten, die Umwelt nachhaltig durch Technologie zu verbessern und schreibt darüber auf Energieinitiative.org .
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2 Kommentare

  1. Guten Tag
    Können Sie etwas zur Umweltverträglichkeit dieser Batterie bzw. der ganzen Idee der Stromspeicherung in Batterien sagen? Wie Umweltfreundliche ist die Gewinnung der Rohstoffe, die Herstellung der Batterien und was ist angedacht, wenn die Batterie alt/defekt ist? Rückgabe, Deponie (!), Recycling, wenn zu viele %?
    Danke für Ihre Meinung
    Alex Süsstrunk

    • Da muss ich doch mal wieder lachen. Wieviel kostet es Braunkohle abzubauen? Wie umweltfreundlich ist der Transport zu den Stromerzeugern? Wie Umweltfreundlich wird der Strom bei der Erzeugung gewonnen? Was ist mit den Verbrennungsresten? Wo und wie werden die entsorgt? Stromerzeugung wird die Erde immer belasten. Nur wieviel Belastung wir Menschen, Pflanzen also unsere Umwelt in Form von Abgasen, Radioaktivität in Wasser oder in der Luft noch vertragen, das ist fraglich. Wenn ich höre das man Griechenland mit über 68 Sonnenstunden im Jahr, Kohlekraftwerke bauen will anstatt Solarkraftwerke wie in Marokko, frage ich mich doch, wie Rückständig die deutsche Wirtschaft und ihre Politschergen sind? Und Fukushima in Europa braucht kein Mensch!? Wo bleiben da also noch bedenken bezüglich ihrer Fragen? Ich kaufe mir lieber eine Solaranlage, baue mir ein oder zwei Batterien in den Keller und kaufe mir noch ein Elektroauto von Tesla. Die deutsche Wirtschaft inkl. der Politik in Deutschland hat für mich schon lange versagt und Umweltpolitisch total. Es freut mich das es Menschen wie Mister Elan Musk gibt, die diesen Totalversagern und ihrer Zeit einfach weit vorraus sind. Davon sollte es einfach mehr geben.

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