Rotorlose Windturbinen erzeugen Strom durch Vibration

0

Windturbinen mit riesigen sich drehenden Rotorblättern sind auf jeder längeren Reise eine Sehenswürdigkeit. Doch was, wenn es eine andere Möglichkeit gibt, Strom aus Windkraft zu gewinnen? Ein spanisches Startup arbeitet genau an dieser Idee. Das Unternehmen heißt Vortex Bladeless und die Turbinen sehen aus wie Spargel, der gerade aus dem Boden herausragt.

Anstatt, dass der Wind Rotorblätter bewegt, erzeugen die Windturbinen von Vortex Bladeless den Strom indem sie hin und her wackeln. Wirbel, die um die Säulen herum entstehen, sorgen dafür, bringen diese zum Wackeln. Bei dem Bau von Gebäuden, versuchen Ingenieure genau diese Verwirbelungen durch entsprechende Designs zu eliminieren, doch nutzt die Vortex Turbine genau dieses Phänomen, um im Wind zu schwanken. Normalerweise kann eine Struktur nur optimiert werden, um in bestimmten Frequenzen zu schwingen, die von einer konkreten Windgeschwindigkeit ausgelöst wird. Vortex behauptet, dass die Säulen durch Magneten während des Betriebs angepasst werden können, um das Maximum an Strom, unabhängig von der Windgeschwindigkeit, zu gewinnen. Sobald die Säule anfängt zu vibrieren, wandelt ein Generator im Fuß der Säule die mechanische Bewegung in Strom um.

Aus welchem Grund sollte man von den traditionellen Windturbinen zu den Turbinen von Vortex übergehen? Laut Vortex kostet der Strom, der durch ihre Windturbinen entsteht, 40 % weniger als der Strom traditioneller Windturbinen, die heute meist in Betrieb sind. Ein großer Teil der Ersparnis ergibt sich aus den nicht vorhandenen Wartungskosten der Turbinen – diese haben nämlich keine beweglichen Teile oder Zahnräder, weshalb ihre Lebensdauer verlängert wird und die Teile keine häufigen Schmierungen benötigen. Die Produktionskosten der simplen Vortex-Turbinen betragen nur die Hälfte der Produktionskosten der traditionellen Windturbinen, da die Rotorblätter sehr teuer sind. Gegenüber Wired hat Vortex ausgesagt, dass dessen Turbinen allerdings 30 % weniger Strom erzeugen als normale Windturbinen. Es passen aber weitaus mehr Vortex-Windturbinen in einen bestimmten Bereich, als traditionelle Windturbinen. Außerdem sind sie überaus leise, wodurch der geringere Stromertrag wieder wett gemacht wird.

Vortex arbeitet derzeit an verschiedenen Ausführungen: das „Mini“-Modell mit einer Höhe von 12 Metern sollen bereits im nächsten Jahr vermarktet werden, während die größeren industriellen Turbinen 2018 das Tageslicht erblicken werden. Wenn alles nach Plan läuft, könntest du bei deiner nächsten längeren Reise Windfarmen entdecken, die sich von den Bisherigen unterscheiden.

Übrigens: Vortex wird über Crowdfunding finanziert. Die nächste Kampagne beginnt am 1. Juli 2015 und du kannst natürlich gerne mitmachen. Trag dich am besten sofort ein, so dass du alle dazu nötigen Informationen so schnell wie möglich per Mail bekommst.

The following two tabs change content below.
Manfred Strecker ist Politikwissenschaftler und Mitglied bei Greenpeace. Manfred untersucht seit seinem Jugendalter Möglichkeiten, die Umwelt nachhaltig durch Technologie zu verbessern und schreibt darüber auf Energieinitiative.org .
5.00 avg. rating (96% score) - 3 votes
Share.

Leave A Reply

Show Buttons
Hide Buttons