Paris plant Fahrrad-Hauptstadt zu werden

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Paris beabsichtigt 150 Millionen Euro in die Verdopplung der Fahrradwege in der gesamten Stadt zu investieren. Dieser Schritt soll die Metropole in eine „Fahrrad-Hauptstadt“ verwandeln und dabei helfen, das Problem der Luftverschmutzung in den Griff zu bekommen, mit der Paris zu kämpfen hat.

Die Stadtverwaltung hat vor, die Anzahl der Fahrradfahrer in der Stadt bis 2020 zu verdreifachen und von aktuell 5 % auf 15 % zu steigern. Das Kernstück des Plans ist eine neue „Autobahn“ für Fahrräder: 80 km Fahrradwege sollen die größten Alleen begleiten und sich von Ost nach West und Süd nach Nord erstrecken. Andere Fahrradwege außerhalb dieser „Achse“ sollen in den nächsten fünf Jahren hinzugefügt und ausgebaut werden. Das Fahrradnetz soll damit verdoppelt und auf eine Länge von insgesamt 1.400 km gebracht werden.

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Fahrradnetz in Paris. Legende: grüne Linien – existente Fahrradwege, rosa Linien – die geplante Fahrrad-„Autobahn“, gepunktete Linien – kleinere Fahrradwege

Diese ehrgeizigen Vorschläge, über die in der nächsten Stadtratssitzung im April abgestimmt wird, können dabei helfen, Paris grüner zu gestalten und die Luftverschmutzung einzudämmen, behauptet Christophe Najdovski, stellvertretender Bürgermeister und Zuständiger für den Verkehr in der französischen Metropole.

„Der Kampf gegen Treibhausgas-Emissionen und gegen die Luftverschmutzung spielt bei diesem Projekt auch eine Rolle“, sagte er gegenüber der französischen Tageszeitung Le Figaro.

Die Zahlen zeigen, dass die Luftverschmutzung in der französischen Hauptstadt in den vergangenen Jahren abgenommen hat, doch werden nach wie vor zwischen zwei und vier Millionen Menschen einer Luftqualität ausgesetzt, die den europäischen Standards nicht gerecht wird. Herausgefunden hat dies Airparif, ein für die Überwachung der Luftqualität verantwortliches Organ in Paris.

Letzten Monat – und das zum zweiten Mal in knapp einem Jahr – waren Stadtbeamte dazu gezwungen eine Reihe von Notfallmaßnahmen vorzustellen, mit denen gefährliche Höhepunkte der Luftverschmutzung eingedämmt werden können. Die drastischen Schritte erforderten die Halbierung des Verkehrs, indem der öffentliche Verkehr kostenlos wurde.

Geschwindigkeitsbegrenzungen machen das Radfahren sicherer

Die Erhöhung der Sicherheit für Radfahrer ist auch ein Teil des Plans. Die Stadtbeamten erhoffen sich dadurch mehr Menschen dazu zu ermutigen, ihr Auto mit dem Fahrrad tauschen. Die Sicherheitsmaßnahmen beinhalten Tempo-30-Begrenzungen auf kleineren Straßen mit Radwegen. Auf den großen Verkehrsader soll die Begrenzung auf 50 km/h angehoben werden.

„Wir glauben, dass viele Menschen auf das Fahrrad umsteigen würden, sie es aber aus Unsicherheit nicht tun“, meint Najdovski.

Najdovski sagt, dass die Fahrradwege vom Verkehr abgetrennt werden. „Wir wollen außerdem Pausenorte innerhalb der Fahrradwege am Stadtrand installieren, wie etwa am „portes“ (Stadttor)“, fügte er hinzu.

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Fahrradfahren wird in der französischen Hauptstadt immer beliebter. Das bezeugen auch die Kundenzahlen von Vélib.

Die neuen Pläne werden in der Zeit, in welcher das Radfahren immer beliebter wird, veröffentlicht.

Die Anzahl der Fahrradfahrten in der Ile-de-France Region, zu der auch Paris gehört, verdoppelte sich zwischen 2001 und 2010 auf insgesamt 650.000 täglich, während der Fahrrad-Sharing-Dienst Vélib rekordträchtige 283.000 Kunden im Jahre 2014 verzeichnen konnte.

Die Stadtbeamten forschen momentan auch nach Möglichkeiten, mit Strom betriebene Elektrofahrräder zu verleihen, um den Pariser Radlern noch schnellere Fahrten zu ermöglichen. Bereits im letzten Jahr gab es ein Programm, durch welches Eltern Fahrräder mieten konnten, um ihrem Nachwuchs das Fahrradfahren beizubringen und auf diese Weise das Radfahren in Paris langfristig zu fördern.

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Manfred Strecker ist Politikwissenschaftler und Mitglied bei Greenpeace. Manfred untersucht seit seinem Jugendalter Möglichkeiten, die Umwelt nachhaltig durch Technologie zu verbessern und schreibt darüber auf Energieinitiative.org .
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