Neue Studie: Meeresspiegel steigen schneller als angenommen

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Die Meeresspiegel steigen schneller als bisher angenommen, wie eine neue Analyse verrät, welche die Sorge der Wissenschaftler, dass die Polarkappen und Gletscher schmelzen, unterstreicht.

Die neue Studie wurde am Montag im Journal Nature Climate Change veröffentlicht und sie zeigt, dass die Meeresspiegel vor allem in den letzten 15 Jahren schnell angestiegen sind. Innerhalb der letzten 15 Jahre haben Wissenschaftler auch einen rasanten Rückzug großer Eismassen auf der ganzen Welt verzeichnet, angefangen von Grünland bis hin zur westlichen Arktis.

Die neue Studie widerspricht den ursprünglichen Annahmen, dass der Anstieg der Meeresspiegel in den letzten Jahren langsamer war.

Australische Wissenschaftler erkannten den beschleunigten Anstieg der Meeresspiegel in einer Studie, bei welcher die Gezeitenaufnahmen der letzten Jahrzehnte zusammen mit Satellitenaufnahmen analysiert wurden, die auch in der Lage sind subtile Verschiebungen der Erdoberfläche zu bemerken.

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Christopher Watson, Co-Autor der Studie

Unter Berücksichtigung der präziseren Messungen, haben die Forscher entdeckt, dass Wissenschaftler den Anstieg der Meeresspiegel in den 90er Jahren leicht überschätzt und den Anstieg der Meeresspiegel seit 1999 leicht unterschätzt haben, sagte Christopher Watson, ein Geodät der University of Tasmania, der die Studie zusammen mit Kollegen der Universität, der Australia Science Agency und der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization herausbrachte.

Übrigens: eine Harvard Studie hat den schnelleren Anstieg der Meeresspiegel ebenfalls dokumentiert.

Die neuen Zahlen zeigen, dass die Ozeane in den vergangenen zwei Jahrzehnten zwischen 2,6 mm und 2,9 mm jährlich stiegen. Das Tempo des Anstiegs entspricht auch den Analysen des Zwischenstaatlichen Ausschusses über Klimaveränderung, der von der UN finanziert wird und alle Änderungen achtsam verfolgt.

„Unter Berücksichtigung der verschwundenen Eismassen in der Antarktis und in Grünland, entspricht das Tempo des Anstiegs auch unseren Erwartungen“, sagte Watson in einer E-Mail.

Watson bemerkte, dass die Meeresspiegel wegen des Wasseraustauschs zwischen Land und Meeren schwanken können und das erhöhte Tempo aus der Studie zu gering und aus diesem Grund statistisch gesehen nicht signifikant ist. Er sagte aber auch, dass die Meeresspiegel doppelt so schnell anstiegen, wie es noch im vergangenen Jahrhundert der Fall war und dies schwere Folgen für Küstenstädte weltweit hätte.

Aufgrund der aktuellen Erderwärmung, meint der Zwischenstaatliche Ausschuss über Klimaveränderung, könnten die Meeresspiegel bis zum Ende des Jahrhunderts rund einen Meter ansteigen.

„Schnell ansteigende Meeresspiegel sind ein Problem für Küstenstädte. Überschwemmungen, die bisher selten waren, werden immer häufiger auftreten, weshalb man sich anpassen werden muss“, sagte Watson. „Institutionen müssen die Folgen der schnell ansteigenden Meeresspiegel vollkommen berücksichtigen und ihre Planung dementsprechend ausrichten“. Ein großes Problem sei auch die Versorgung mit Strom, wenn die Wassermengen auf das Land treten, weshalb erneuerbare Energien unbedingt gefördert werden müssen.

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Manfred Strecker ist Politikwissenschaftler und Mitglied bei Greenpeace. Manfred untersucht seit seinem Jugendalter Möglichkeiten, die Umwelt nachhaltig durch Technologie zu verbessern und schreibt darüber auf Energieinitiative.org .
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