Los Angeles: LED-Beleuchtung senkt Kriminalitätsrate

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Die kalifornische Großstadt Los Angeles möchte die grünste Stadt der USA werden und unternimmt aus diesem Grund einen weiteren Schritt, um sich dem Ziel deutlich zu nähern. Zwei Drittel der Straßenlaternen in Los Angeles wurden bereits mit energiesparenden LED-Lampen ausgestattet. Beim nächsten Schritt kommt Hilfe aus den Niederlanden: die Firma Philips soll die Laternen mit cloud-basierten Systemen steuern. Dabei kann jede einzelne der mit LED-Lampen ausgestatteten Laternen einzeln bedient werden.

Die grünste Metropole Amerikas

Das Amt für Straßenbeleuchtung möchte damit Energie sparen, die Betriebs- und Wartungskosten senken sowie die Straßen sicherer machen.

Mit der Technologie soll auch die Great Streets Initiative von LAs Bürgermeister Eric Garcetti unterstützt werden. Er plant weitere fußgängerfreundliche Straßen in LA einzurichten, da die Straßen nicht dafür bekannt sind sehr fußgängerfreundlich zu sein.

In Los Angeles sind derzeit etwa 200.000 Straßenlaternen mit über 400 verschiedenen Designs installiert. Bis 2013 wurden 140.000 Laternen mit LED-Laternen ersetzt, in denen sich Fernsteuerungen befinden, die Auskunft über den Stromverbrauch geben und sich dimmen lassen, um Strom zu sparen.

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Links: LED Beleuchtung, Rechts: Natriumdampflampen

Mit dem Umbau ließ sich doppelt so viel Strom einsparen, als ursprünglich geplant war. Los Angeles spart mit den modernen LED-Strahler nun 60 % Strom, was jährlich ungefähr 7 Millionen US Dollar entspricht. Auf diese Weise kann die Investition noch schneller amortisiert werden als angenommen.

Netter Nebeneffekt: weniger Verbrechen

Das Amt für Straßenbeleuchtung hat ein Video veröffentlicht, in welchem zu sehen ist, dass die LED-Lampen die Straßen besser ausleuchten, als die bisher genutzten Natriumdampflampen. Auch die Lichtfarbe ist anders: sie ist nun gelblich. Durch die bessere Ausleuchtung ging die Kriminalitätsrate um 10 % zurück, wie der Leiter des Amtes für Straßenbeleuchtung, Ed Ebrahimian, mitteilte.

Mit dem neu eingerichteten Lichtmanagementsystem, das bisher in 31 Ländern zum Einsatz kam, können die Straßenlaternen einzeln kontrolliert und gesteuert werden. Auch wenn das System bereits in anderen Ländern erprobt wurde, ist Los Angeles die erste Stadt, in welcher jede Lampe einzeln und herstellerunabhängig ferngesteuert werden kann.

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Vorher-Nachher-Bild von LA bei nacht.

Auch in Europa tut sich was

Pionier für LED-Lampen in Deutschland ist die Stadt Leipzig. Im Rahmen eines Förderprojekts wurden historische Laternen im Innenstadtring mit LED-Lampen bestückt, die gesteuert und dadurch nachts gedimmt werden können.

Durch den Umbau konnte der Stromverbrauch um 40 % gesenkt werden. Durch die nächtliche Dimmung können weitere 17 % eingespart werden, erklärte die deutsche Energieagentur dena im Bericht zur Marktentwicklung von Straßenbeleuchtung. Im Jahre 2014 stellte die Stadt Leipzig sogar die Weihnachtsbeleuchtung auf LED-Technologie um.

Die Stadt Hannover rüstet ebenfalls um. In zwölf schulen und städtischen Gebäuden sollen rund 4.500 LED-Lampen zum Einsatz kommen. Damit soll der Stromverbrauch um 78 % gesenkt werden. Der Austausch der Birnen geschieht im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative.

Diese Zahlen decken sich auch mit den Angaben der dena, die eine 80-prozentige Stromersparnis voraussagt, wobei die Beleuchtung 40 % des jährlichen Stromverbrauchs von Kommunen ausmacht.

Alte Leuchten werden verboten

Durch moderne Leuchten soll auch die Lichtverschmutzung eingedämmt werden.

Momentan stellen Quecksilberdampflampen und Natriumdampfhochdrucklampen etwa 30 % des Lampenbestands aus, doch sollen diese bald verboten werden, wodurch die Umrüstung auf LED-Beleuchtung zusätzlich beschleunigt werden soll. Das Problem der Finanzierung der Umrüstung soll die Ersparnis lösen, die durch dem Umbau auf LED-Beleuchtung bereits entstanden ist.

Ein größeres Problem ist, dass nur die Hälfte aller Kommunen in Deutschland über ein Laternenkataster verfügt, das zeigt, wo sich die Laternen überhaupt befinden.

Bisher sind in Deutschland dimmbare LED-Laternen noch nicht weit verbreitet, auch wenn durch den Einsatz dimmbarer Leuchten noch mehr Energie eingespart werden könnte. Noch effizienter würde es mit einem Sensor funktionieren, der Personen erkennt, die sich nähern und die Leuchtkraft der Lampe automatisch erhöht, sobald Fußgänger vorbeiziehen. Die Signale werden an die nächste Lampe weitergeleitet, wobei die Vorherige wieder gedimmt wird. Diese Idee wurde im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ sogar ausgezeichnet.

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Manfred Strecker ist Politikwissenschaftler und Mitglied bei Greenpeace. Manfred untersucht seit seinem Jugendalter Möglichkeiten, die Umwelt nachhaltig durch Technologie zu verbessern und schreibt darüber auf Energieinitiative.org .
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