Licht durch Schwerkraft – die GravityLight macht es möglich

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Beim Crowdfunding ist es mittlerweile für gute Ideen schwer geworden, eine anvisierte Summe zu erreichen. Oft muss lange darum gekämpft werden, ehe die Produktion los gehen kann. Richtig gute Ideen haben es aber trotzdem nicht schwer. Oft erzielen sie weitaus mehr Geld, als ursprünglich geplant.

So unterstützten mehrere tausend Crowdfunder über einen Zeitraum von 2,5 Jahren finanziell das Projekt GravityLight mit 399.590 US-Dollar. Die Lampe wird komplett ohne Batterien oder fossile Brennstoffe betrieben. Alles, was nötig ist, um sie eine halbe Stunde zum Leuchten zu bringen ist Schwerkraft.

petroleumlampe

Giftigen Petroleumlampen soll durch die GravityLight das Licht ausgehen

Der große Erfolg der Crowdfunding-Kampagne brachte die Hersteller dazu, eine neue Crowdfunding-Kampagne zu starten, in welcher ein überarbeitetes Modell finanziert werden soll. Die Produktion der überarbeiteten Lampe soll nach Kenia verlagert werden, wo eine hohe Arbeitslosigkeit herrscht. Außerdem sind die Bewohner von schädlichen Petroleumlampen abhängig, weil sie keine Stromversorgung haben.

Laut den UN haben weltweit 1,3 Milliarden Menschen keine Möglichkeit, Licht zu erzeugen, um nach Einbruch der Dunkelheit zu kochen, zu lernen oder zu arbeiten. Aus diesem Grund wird dort oft auf Petroleumlampen gesetzt. Dabei wird das Petroleum verbrannt und verbreitet giftige Dämpfe, die von den Bewohnern eingeatmet werden. Laut der Weltbank sind rund 780 Millionen Kinder und Frauen der verpesteten Luft ausgesetzt. Gleichzusetzen sei dies mit einem Zigarettenkonsum von 40 Stück am Tag, was schwere gesundheitliche Konsequenzen mit sich bringt.

Änderungen müssen sofort her

Sozialunternehmen und verschiedene Hilfsorganisationen haben sich des Problems bereits angenommen. Sie erfanden bisher Photovoltaik-Lampen, die sie auch erfolgreich verkauften. Einer der Vorreiter ist SolarAid. Vor einigen Jahren wandten sich die Organisationen an den britischen Produktdesigner Jim Reeves und sein Team und baten um den Entwurf einer weiteren Version.

Reeves sagte in einem Video: “Je mehr wir uns damit beschäftigt haben, desto mehr fühlten wir, dass es die Notwendigkeit für einen weitaus radikaleren Ansatz gibt”. Das Problem mit den solarbetriebenen Lampen ist, dass sie nur während des Tages geladen werden. Die Kapazität der Batterien würde über die Zeit auch abnehmen, weshalb immer weniger Strom gespeichert werden könne. Aus diesem Grund kamen er und sein Kollege Martin Riddiford auf die Idee, die GravityLight zu konstruieren.

Das Funktionsprinzip ist dabei sehr einfach gehalten – wie es bei den meisten großartigen Erfindungen der Fall ist. Die Lampe muss an der Decke befestigt werden. Durch ihr Gehäuse verläuft ein starkes Seil, an welchem ein 9-Kilo-Gewicht befestigt ist. Der Benutzer muss, um die Lampe in Betrieb zu nehmen, das Gewicht vollkommen nach oben ziehen. Anschließend sinkt das Gewicht ab. Es wird durch einen Mechanismus, der den Strom erzeugt, verlangsamt und spendet auf diese Weise eine halbe Stunde Licht. Danach muss das Gewicht wieder angezogen werden.

Das Team benötigte für die Produktion ein Startkapital von 55.000 US-Dollar. Das Geld konnten sie blitzschnell über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo sammeln. In der Serienproduktion soll eine Lampe weniger als 5 US-Dollar kosten.

Produktionsstandort Kenia

2,5 Jahre nach der Produktion des ersten Modells, sind die Lampen bereits in 26 Ländern und 1.300 Haushalten weltweit im Einsatz. Die Meinungen der Kunden sind durchweg positiv, was Anlass dazu war, die zweite Crowdfunding-Kampagne zu starten, wie Produktentwickler Reeves erklärt: „Wir haben das letzte Jahr komplett damit verbracht, die Technik zu überarbeiten und die Prototypen wieder, wieder und wieder zu testen, um ein neues Konzept zu entwickeln, von dem wir überzeugt sind, dass es ein Game Changer wird“.

Der Nachfolger trägt den Namen GravityLight2 und ist robuster und breiter als sein Vorgänger. Außerdem lässt sich die Lampe einfacher und länger bedienen. Laut Reeves geht es bei der GravityLight2 nicht nur alleine um das Produkt, sondern auch darum, Arbeitsplätze und Existenzgrundlagen zu schaffen. Aus diesem Grund haben sie Burn Coookstove Manufacturers als Partner geworben. In den kenianischen Produktionshallen sollen ab September 2015 die Lampen, welche bisher in China gefertigt wurden, produziert werden.

gravitylight-gewicht

Das Gewicht wird heruntergezogen und das Licht geht an

Kenia eignet sich als Produktionsstandort deshalb so gut, weil die Produktionsteile einfach über den Hafen Mombasa zu den Produktionshallen geliefert werden können.

Die Finanzierung des Nachfolgers scheint ein genauso großer Erfolg zu werden, wie die des ersten Modells. Angestrebt war ein Finanzierungsziel von 200.000 US-Dollar, die bereits Mitte Juni eingenommen wurden. Sollten weitere 100.000 US-Dollar bis zum Ablauf der Kampagne eingespielt werden, haben die Entwickler versprochen, dass sie die Entwicklung des GravityLight Radios in Angriff nehmen. Auf diese Weise könnten Regionen, die keinen Zugriff auf Strom haben, Bildungs-, Nachrichten- und Unterhaltungssendungen verfolgen.

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Toni Pavicic
Toni leitet das Portal Energieinitiative.org, setzt sich persönlich für regenerative Energien, den Umweltschutz und die Umwelt ein. Mit dem Portal Energieinitiative.org verfolgt er das Ziel, die Besucher zu informieren und das Umweltbewusstsein derselben zu stärken, um einen Dominoeffekt zu erzeugen.
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