Klimagipfel in Paris – Abkommen nicht ehrgeizig genug

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Während sich die Europäische Union beim Klimagipfel in Paris dazu verpflichtet, ihre Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren, werden die Kohlendioxid-Emissionen der USA und China weiterhin über der Grenze sein, die nötig ist, damit die 2-Grad-Schwelle nicht überschritten wird. Steigt die Erdtemperatur über zwei Grad an, stehen uns starke ökologische Konsequenzen bevor.

Die EU hat sich dazu verpflichtet, ihre Emissionen bis 2030 um 40 % gegenüber 1990 zu verringern. Die USA hat sich dazu verpflichtet ihren Kohlendioxid-Ausstoß um 26 – 28 % gegenüber 2005 zu verringern. In China hingegen wird damit gerechnet, dass die Emissionen bis 2030 ihren Höhepunkt erreichen, doch möchte die Regierung die Emissionen so bald wie möglich anfangen zu reduzieren.

Diese Abkommen, die als Intended Nationally Determined Contributions (Klimaabkommen) bekannt sind, sind Wegbereiter für die Klimawandel-Konferenz der UN in Paris, die im Dezember stattfindet. Dort werden sich die Staatsoberhäupter der Welt versammeln, um zusammen sinnvolle Möglichkeiten und Wege zu finden, Treibhausgase zu verringern und die gefährlichen Konsequenzen des Klimawandels abzuwenden. Abkommen wurden außerdem auch von der Schweiz, Norwegen, Mexiko, Gabon, Russland, Liechtenstein und Andorra angekündigt.

Die aktuellen Abkommen reichen aber noch lange nicht aus. Mit den neuen Abkommen können die Emissionen bis 2030 auf zwischen 57 und 59 Gigatonnen CO2 reduziert werden, was unter den vorherigen Abkommen liegt (63 – 72 Gigatonnen), doch weit über den Werten, die verhindern können, dass die Erdtemperatur weitere 2 Grad ansteigt. Um dies zu verhindern, müssten die weltweiten Emissionen auf zwischen 32 und 44 Gigatonnen reduziert werden.

Zu diesem Schluss kam es in einem neuen Bericht, dessen Titel die Bezeichnung: „What will global annual emissions of greenhouse gases be in 2030, and will they be consistent with avoiding global warming of more than 2°C?’“ (zu dt. „Wie hoch werden die jährlichen weltweiten Treibhausgas-Emissionen 2030 aussehen und werden sie eine Erderwärmung über 2 Grad verhindern?“), der vom Grantham Research Institute on Climate Change and the Environment und dem ESRC Centre for Climate Change Economics and Policy (CCCEP) erstellt wurde. Autoren waren die Wirtschaftswissenschaftler Rodney Boyd, Lord Nicholas Stern und Bob Ward.

Bei der Gegenüberstellung der aktuellen Emissionsreduzierungen der Abkommen und der zukünftigen Emissionsprojektionen, kamen die Wirtschaftswissenschaflter zum Schluss, dass es trotzdem zu einer Lücke zwischen den nationalen Abkommen und dem Pfad, der eine Erwärmung von mehr als 2 Grad verhindern soll, kommen wird. Der Rest der Welt müsste seine Emissionen ebenfalls stark reduzieren.

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Zukünftige Entwicklung der CO2-Emissionen der USA, China und der EU

Es wird angenommen, dass lt. Abkommen, China, die USA und die EU 2030 zusammen zwischen 20,9 und 22,3 Gigatonnen CO2 produzieren, was der Hälfte der insgesamt erlaubten Emissionen zwischen 32 und 44 Gigatonnen ist. Der Bericht sagt voraus, dass der Rest der Welt zwischen 26,2 und 35,4 Gigatonnen CO2 produzieren wird, wodurch die gesamten Emissionen zwischen 57 und 59 Gigatonnen betragen werden.

Im Bericht befinden sich vier Schlüsselvorschläge, mit denen die weltweiten Emissionen besser kontrolliert und reduziert werden könnten:

  1. Alle Länder, die ihre CO2-Emissionen reduzieren möchten, sollten in das UN Programm aufgenommen werden.
  2. Innovationen und Investitionen müssen gesteigert werden. Das gilt vor allem für Städte und Energiesysteme.
  3. Es ist ein Mechanismus nötig, der auf dem Pariser Klimagipfel festgelegt werden soll, der es den Staaten ermöglicht, ihre Bemühungen nachvollziehen und verbessern zu können.
  4. Alle Staaten müssen eine transparente und starke Basis schaffen, um die Abkommen zu implementieren und voranzutreiben.

„Der Klimagipfel in Paris und alle Entscheidungen, die den Gipfel betreffen, müssen einen langfristigen Plan hervorbringen, der auf wissenschaftlichen Daten beruht und einen Temperaturanstieg von mehr als 2 Grad verhindert“, sagt Nick Nuttall, Sprecher der UN.

„Die UN-Klimakonferenz im Dezember muss die Vergangenheit konsequent verlassen und Pfade, Richtlinien und finanziellen Möglichkeiten aufzeigen, die das Wachstum und den klimatischen Ehrgeiz von Entwicklungsländern unterstützen“, fügte er hinzu. „Richtlinien und Pfade für Entwicklungsländer, deren Strom– und Energiebedarf in dem nächsten Jahrzehnt stark ansteigen wird, werden dazu führen, dass die Kohlenstoffemissionen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts abnehmen und eine nachhaltige Zukunft geschaffen wird“.

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Manfred Strecker ist Politikwissenschaftler und Mitglied bei Greenpeace. Manfred untersucht seit seinem Jugendalter Möglichkeiten, die Umwelt nachhaltig durch Technologie zu verbessern und schreibt darüber auf Energieinitiative.org .
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