Energiesparhaus – die moderne Art zu wohnen

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Wenn es um Neubauten geht, setzt die Energiesparverordnung hohe Maßstäbe. Deshalb gehört ein geringer Energieverbrauch zu dem neuen Baustandard. Was das Energiesparhaus angeht, gibt es keine konkrete Bauweise. Der Begriff deckt verschiedene Baustandards ab: Passivhaus, Effizienzhaus usw. Auf diese Weise werden gesetzliche Vorschriften bezüglich der Energiesparverordnung nicht nur erfüllt, sondern übertroffen.

Noch vor einigen Jahren mussten sich Hausherren noch nicht mit der Energieeffizienz ihrer Häuser auseinandersetzen, weil Energie günstig zu haben war. Mittlerweile hat sich das aber geändert: die Energieeinsparverordnung (EnEV) zwingt Hausherren nun zu weiteren Schritten, weil Energiesparhäuser nun zum Standard gehören. Häuser, bei denen die Energieeinsparung im Vordergrund steht, gibt es aber auch.

Was ist ein Energiesparhaus?

Für den Begriff Energiesparhaus gibt es keine konkrete Definition. Dazu zählen Häuser, deren Energieverbrauch weit unter dem Energieverbrauch von Häusern liegt, die konventionell gebaut wurden und sich teilweise oder vollständig mit Ökostrom selbst versorgen.

Die strengen Regeln der EnEV machen aus dem Sonderfall aber einen neuen Standard: nun sind bei Neubauten eine gute Dämmung und effiziente Heiztechniken kein Schmankerl mehr, das man sich gönnen kann, sondern gesetzlich verordnet. Es gibt aber noch genügend Raum um die strengen Verordnungen der EnEV zusätzlich zu unterbieten.

Wegen der fehlenden Definition zum Begriff Energiesparhaus, etablierten sich verschiedene andere Begriffe, die die Energiesparhaus-Standards beschreiben:

  • Das Plus-Energie-Haus: das Plus-Energie-Haus ist am effizientesten. Im Laufe eines Jahres produziert es mehr Energie, als es verbraucht.
  • Das Null-Energie-Haus: das Null-Energie-Haus ist auf Platz 2 und funktioniert vollkommen autonom. Die benötigte Energie produziert es durch Solaranlagen, Photovoltaik und Wärmerückgewinnungsanlagen selbst.
  • Das Sonnenhaus: das Sonnenhaus ist ein Energiesparhaus, das zwischen 50 % und 100 % seiner Heiz- und Warmwasserenergie selbst durch Solarenergie gewinnt. Die Energie kommt durch große Solarkollektoren und einen großzügigen Pufferspeicher.
  • Das Passivhaus: das Passivhaus benötigt keine konventionelle Heizung, weil eine sehr gute Dämmung und Wärmerückgewinnungsanlage für Wärme im Haus sorgen. Sollte es doch zu kalt werden, springt eine kleine Notheizung an. Pro Jahr und pro Quadratmeter Wohnfläche darf das Passivhaus höchstens den Energiegehalt von 1,5 Liter Heizöl verbrauchen.
  • Das 3-Liter-Haus: ähnlich wie bei dem Passivhaus verbraucht das 3-Liter-Haus jährlich pro Quadratmeter Wohnfläche den Energiegehalt von maximal 3 Litern Heizöl.
  • KfW-Effizienzhäuser: KfW-Effizienzhäuser sind Häuser mit klar definierten energetischen Standards. Sie verbrauchen weniger Energie als von die EnEV gefordert.
  • Das Niedrigenergiehaus: das Niedrigenergiehaus ist ein Sammelbegriff für Häuser, deren Energiebedarf niedriger ist als die EnEV fordert.
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Quelle: heinzvonheiden.de

Anbieter von Energiesparhäusern

Viele Menschen bauen Ihr Eigenheim selbst und achten darauf, dass dieses die EnEV-Voraussetzungen erfüllt. Dies ist manchmal aber sehr kompliziert, weshalb sich bereits viele Anbieter auf dem Markt etablieren konnten, die sich auf den Bau von Energiesparhäusern spezialisiert haben. Dazu zählen beispielsweise die Anbieter Danhaus, Bien-Zenker, Living Haus, Hanse Haus und viele Weitere. Lässt man einen Anbieter für sich bauen, muss man sich um die Energiefragen keine Sorgen mehr machen und bekommt die Schlüssel zum eigenen Energiesparhaus oft schon unter 300.000 €. Einen Überblick der Anbieter gibt es hier: http://www.immobilienscout24.de/bauen/energiesparhaus.html

Die Vorteile von Energiesparhäusern

Energiesparhäuser lassen sich mit verschiedenen Baumaßnahmen errichten. Dazu zählen gute Dämmung, doppelt- und dreifachverglaste Fenster, moderne Heizsysteme mit Solaranlage, usw. Auch wenn die Investition am Anfang größer ist, lohnt sie sich, weil sich viele Unterhaltskosten reduzieren lassen und einige Vorteile entstehen.

Geringerer Energieverbrauch und sinkende Unterhaltskosten

Altbauten, die zwischen den 50er und 70er Jahren gebaut wurden, verbrauchen meist 300 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter (Heizenergie). Dies entspricht einer Menge von 30 Litern Heizöl. Kostet ein Liter Heizöl 70 Cent und beträgt die Wohnfläche 150 Quadratmeter, so entstehen jährliche Heizkosten in Höhe von 3.000 €. Vergleicht man dies mit einem gleich großen 3-Liter-Haus, entstehen jährlich Heizkosten von nur 300 €.

Die (teilweise) autonome Energieversorgung

Viele Energiesparhäuser funktionieren mit Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen, die dafür sorgen, dass sich das Haus praktisch selbst versorgt. Während des Sommers versorgt eine Solarthermieanlage das Haus mit warmen Wasser und während der Übergangszeit unterstützt die Anlage die Heizung.

Anders sind Sonnenhäuser. Sie verfügen über große Solarkollektoren und Pufferspeicher und erzeugen mindesten 50 % der Heizenergie durch Solarkraft. Die restliche Heizenergie wird aus konventionellen Öfen mit Wasserbeutel erzeugt, die etwa für warmes Wasser als auch für wohlig warme Wohnräume sorgen. Andere Sonnenhäuser sind aber auch völlig autonom und erzeugen den Heizenergiebedarf zu 100 %. Dafür bedarf es aber eines großen Pufferspeichers mit mehreren 10.000 Litern Kapazität.

Unabhängigkeit von Preisschwankungen auf dem Energiemarkt

In den vergangenen Jahren gab es bei Energiepreisen starke Schwankungen und eine Tendenz nach oben. Bei schlecht gedämmten Häusern kann diese Entwicklung den Eigentümer finanziell stark belasten. In den letzten Jahren schwankten die Heizölpreise zwischen 50 Cent und einem Euro pro Liter. Eigentümer von Energiesparhäusern sind von solchen Schwankungen und Preiserhöhungen wenig beeindruckt: wer nicht so stark von Heizöl abhängig ist und nur wenig braucht, der kann solche Steigerungen oder Schwankungen viel leichter abdecken.

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Preisschwankungen und -erhöhungen treffen Energiesparhäuser nicht so hart wie konventionell gebaute Häuser

Größerer Wiederverkaufswert

Energiesparhäuser lassen sich schneller und zu einem wesentlich höheren Betrag verkaufen als schlecht gedämmte Häuser. Interessenten orientieren sich bei der Kaufentscheidung nicht nur am Anschaffungspreis, sondern auch an den Unterhaltskosten, die mit in die Kalkulation einfließen. Deshalb sind Energiesparhäuser hoch im Kurs.

Angenehmes Wohnklima

Das Raum- und Wohnklima konventioneller Häuser ohne gute Dämmung ist oft schlechter als das Klima in Energiesparhäusern. In alten Bauten kann sich Feuchtigkeit leichter an den Wänden absetzen und die Schimmelbildung fördern. Das ist auch bei Energiesparhäusern der Fall, wenn nicht regelmäßig eine Stoßlüftung durchgeführt wird oder Be- und Entlüftungsanlagen angebracht sind. Dabei kommt es zu keinem Energieverlust, weil feuchte Luft langsamer aufgewärmt wird als trockene Außenluft.

Die Planung eines Energiesparhauses

Bei der Planung eines Energiesparhauses müssen architektonische, bauliche und technische Elemente analysiert werden, die dazu führen, dass über die Gebäudehülle so wenig Energie wie möglich verloren wird und die notwendige Heizwärme so effizient wie möglich hergestellt werden kann.

Wichtige Baumaßnahmen sind:

  • Das Haus muss gen Süden ausgerichtet werden (große Fenster, Solaranlage), während die Nordseite eher verschlossen sein sollte.
  • Eine kompakte Bauweise ist vorteilhaft. Wenn Vorsprünge, Erker oder Gauben berücksichtigt werden, sollte mehr in Dämmmaterial investiert werden.
  • Wärmegeschützte Außenhülle. Diese kann mit modernen Wärmedämmsteinen ebenso erreicht werden wie mit dämmstoffgefüllten Holzkonstruktionen. Ältere Ziegel- oder Fachwerkwände benötigen dagegen eine zusätzliche Dämmung, um den Ansprüchen eines Energiesparhauses zu entsprechen.
  • Fenster mit zweifacher oder dreifacher Wärmeschutzverglasung
  • Alle Bauteile müssen luft- und winddicht sein.
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Toni Pavicic
Toni leitet das Portal Energieinitiative.org, setzt sich persönlich für regenerative Energien, den Umweltschutz und die Umwelt ein. Mit dem Portal Energieinitiative.org verfolgt er das Ziel, die Besucher zu informieren und das Umweltbewusstsein derselben zu stärken, um einen Dominoeffekt zu erzeugen.
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