E-Fan von Airbus – das erste elektrische Flugzeug

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Auch wenn das Gewicht der Batterien elektrische Flugzeuge daran hindert, bald massen tauglich zu werden, zielt der Hersteller Airbus mit seinem E-Fan 2.0 auf einen bereits vorhandenen Markt: die Pilotenausbildung.

Airbus plant das E-Fan 2.0 gegen Ende 2017 für die Ausbildung von Piloten zu verkaufen, wobei dieses Segment nur ein Teilstück des Flugzeugmarktes darstellt. In Planung befindet sich auch das E-Fan 4.0 Flugzeug mit vier Sitzplätzen, das im allgemeinen Flugzeugmarkt angeboten werden soll.

Am Anfang des Jahres hat Airbus den ersten öffentlichen Flug mit dem Prototyp des E-Fan 2.0 absolviert, der nur 550 Kilogramm wiegt. Das französische Unternehmen stellte das elektrische Flugzeug diese Woche auch auf der Farnborough International Airshow vor. Zu den Besuchern der profilierten Show, die jährlich stattfindet, zählen Top-Manager und Käufer der Flugzeugindustrie.

Auch wenn das aktuelle Modell ziemlich unpraktisch ist, glaubt Airbus, dass die Entwicklung elektrischer Flugzeuge in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle im Kampf gegen Treibhausgase und gegen die Lärmbelästigung einnehmen wird. Die Lärmbelästigung betrifft nicht nur die Bewohner in Flughafennähe: leisere Flugzeuge könnten auch zu Zeiten eingesetzt werden, in denen konventionelle Flüge verboten sind. Laut Airbus könnten Flugunternehmen somit mehrere Flüge anbieten.

Das E-Fan 2.0 verfügt über einen elektrischen Doppelmotor mit einer Gesamtkapazität von 60 Kilowatt, welcher zwei Propeller betreibt, deren Blätter angepasst werden können. Der Lithium-Polymer-Akku mit 120 Zellen erlaubt einen einstündigen Flug und kann innerhalb von 15 Minuten aufgeladen werden.

Der Akku wird passiv gekühlt. In anderen Worten: der Akku wird durch die Luft und nicht durch ein gesondertes System gekühlt. Auf diese Weise wird das System vor dem Überhitzen geschützt.

Durch die innere Propellerpositionierung wird Lärm gedämmt, während der Schub erhöht wird, erklärte das Unternehmen Airbus. Durch ein mit Strom betriebenes Antriebsrad kann das Flugzeug leise bis auf 60 km/h beschleunigt werden. Laut Airbus wird mit dieser Technik die Energieeffizienz während des Starts verbessert.

Effizienz ist für jede Art von Fahrzeug wichtig, auch für Flugzeuge, bei denen das Gewicht die Reichweite, Flugzeit und die Betriebskosten beeinflusst. Ein konventionelles Flugzeug verbraucht während des Flugs Treibstoff und wird leichter, wodurch die Effizienz steigt. Bei einem elektrischen Flugzeug nimmt das Gewicht des Akkus allerdings nicht ab.

Der Prototyp vom E-Fan 2.0 hat zwei Sitze, die hintereinander angeordnet sind. Das Serienmodell soll mit zwei nebeneinander positionierten Sitzen ausgeliefert werden.

Airbus forscht aber auch an Hybrid-Modellen, wie bei seinem DA36 E-Star 2.0. Der Zweisitzer wurde in Kooperation mit Diamond Aircraft und Siemens produziert und ebenfalls auf der Show in Farnborough vorgestellt. Airbus glaubt, dass die Produktion eines elektrischen Hubschraubers und einer elektrischen Passagiermaschine mit 90 Sitzen möglich sei.

Die elektrisch betriebene Luftfahrt hat noch einige große technische Hindernisse zu überwinden, doch sieht der Flightpath-Plan der Europäischen Kommission vor, die Luftfahrtemissionen bis 2050 um 75 % gegenüber den Werten aus dem Jahr 2000 zu reduzieren.

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Manfred Strecker ist Politikwissenschaftler und Mitglied bei Greenpeace. Manfred untersucht seit seinem Jugendalter Möglichkeiten, die Umwelt nachhaltig durch Technologie zu verbessern und schreibt darüber auf Energieinitiative.org .
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