Die Ursachen des Klimawandels

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1. Teil: Die Beweise für den Klimawandel
2. Teil: Die Ursachen des Klimawandels
3. Teil: Die Auswirkungen des Klimawandels
4. Teil: Klimawandel – die Vitalfunktionen der Erde


Die meisten Klimaexperten sind sich darüber einig, dass die Menschen für die aktuelle Erderwärmung wegen des Treibhauseffektes verantwortlich sind. Dabei wird die Erdwärme, die Richtung Weltall geht, von der Atmosphäre aufgehalten.

Bestimmte Gase in der Atmosphäre hindern die Wärme daran zu entweichen. Langlebige Gase, die sich semipermanent in der Atmosphäre aufhalten und weder physisch noch chemisch auf Temperaturveränderungen reagieren, bezeichnet man als Verantwortliche für den Klimawandel. Gase wie Wasserdampf, die physisch oder chemisch auf Temperaturveränderungen reagieren, werden „Rückkoppler“ genannt.

erderwärmung-treibhausgase-sonnenwärme

Gase, die zum Treibhauseffekt beitragen sind:

  • Wasserdampf. Das am häufigsten auftretende Treibhaus-Gas, aber wichtig, da es ein Rückkoppler ist. Wasserdampf erwärmt die Erdatmosphäre, jedoch kühlt es das Klima durch Niederschläge wieder ab.
  • Kohlendioxid. Eine geringe aber sehr wichtige Komponente der Atmosphäre. Kohlendioxid wird durch natürliche Prozesse auf der Erde freigegeben, wie etwa der Respiration oder durch Vulkanausbrüche. Auch von Menschen bewirkte Prozesse setzen Kohlendioxid frei, wie etwa die massive Abholzung, die veränderte Bodennutzung und das Verbrennen fossiler Treibstoffe. Seit der industriellen Revolution hat der Mensch den Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre um ein Drittel erhöht. Dieses langlebige Gas ist wohl der größte Verursacher des Klimawandels.
  • Methan. Ein Kohlenwasserstoffgas, das durch die Natur und den Menschen freigesetzt wird. Menschen setzen das Gas durch die Zersetzung von Abfall auf Mülldeponien, durch den Reisanbau und durch das Halten von Schlachtvieh (Wiederkäuer) frei. Auch Wirtschaftsdünger, der großflächig verstreut wird, setzt Methan frei. Vergleicht man das Methan mit Kohlendioxid, wird man feststellen, dass Methan den Treibhauseffekt viel schneller ankurbelt. Es ist in der Atmosphäre aber nicht so massiv vertreten wie Kohlendioxid.
  • Lachgas. Ein kraftvolles Treibhausgas, das von verschiedenen Bodenanbauverfahren freigesetzt wird. Insbesondere bei der Nutzung von kommerziellem und organischem Dünger. Es wird auch durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, bei der Salpetersäureproduktion und durch Biomasseverbrennung freigesetzt.
  • Fluor-Chlor-Kohlen-Wasserstoffe. Dies sind synthetische Verbindungen industrieller Herkunft. Sie werden bei einer Reihe von Produktionsverfahren freigesetzt. Weil die Freisetzung der Treibhausgase in die Atmosphäre zur Zerstörung der Ozonschicht beiträgt, wurde die Produktion und Freisetzung durch internationale Übereinkommen reguliert.

Auf der Erde beeinflussen menschliche Aktivitäten das natürliche Treibhaus. Im vorherigen Jahrhundert hat das Verbrennen fossiler brennstoffe wie Kohle oder Öl die Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre erhöht. Das passiert, weil beim Prozess des Verbrennens von Kohle oder Öl, Kohle mit mit Sauerstoff in Verbindung gebracht wird und CO2 in die Atmosphäre gelangt. Im kleineren Umfang hat die Rodung von Landwirtschaftsflächen, die Industrie sowie andere menschliche Aktivitäten die Konzentration von Treibhausgasen erhöht.

mars-venus-treibhauseffekt

Welche Konsequenzen die Änderung der natürlichen Treibhausgase in der Atmosphäre bewirken, ist schwierig vorherzusehen. Gewisse Effekte können aber festgestellt werden:

  • Im Durchschnitt wird die Erde wärmer. In einigen Regionen ist dieser Effekt vorteilhaft, für andere nicht.
  • Ein wärmeres Klima wird wohl zu mehr Verdunstung und Niederschlag führen. Die Effekte werden von Region zu Region unterschiedlich ausfallen. Einige Regionen werden feuchter, andere wiederum trockener.
  • Ein stäkerer Treibhauseffekt wird die Ozeane erwärmen und Gletscher sowie andere Eise schmelzen lassen, weshalb die Meeresstände steigen werden. Außerdem breiten sich die Ozeane bei Erwärmung aus, was zu einem zusätzlichen Anstieg der Meeresstände führen wird.
  • Einige Pflanzen werden von dem Kohlendioxid-Anstieg in der Atmosphäre profitieren. Sie könnten noch energischer wachsen und das Wasser effizienter nutzen. Gleichzeitig könnten höhere Temperaturen bewirken, dass Regionen, in denen bestimmte Pflanzen gut wuchsen, nicht mehr ideal sind. Das würde die Zusammensetzung der natürlichen Pflanzengemeinschaft weltweit ändern.

Die Rolle der Menschen

Im kürzlich veröffentlichten vierten Sachstandsbericht des IPCC des Zwischenstaatlichen Ausschusses über Klimaveränderung, der von 1300 unabhängigen Wissenschaftlern und Experten aus der ganzen Welt sowie den Vereinten Nationen getragen wird, steht, dass die Wahrscheinlichkeit, dass menschliche Aktivitäten in den letzten 250 Jahren für die Erdwerwärmung verantwortlich waren, 90 Prozent beträgt.

Die industriellen Aktivitäten unserer modernen Zivilisation haben den Kohlendioxidanteil in der Atmosphäre in den letzten 150 Jahren von 280 Promille auf 379 Promille ansteigen lassen. Des Weiteren sollen die von Menschen freigesetzten Gase zu 90 Prozent die Erderwärmung in den letzten 50 Jahren in die Wege geleitet haben.

Der Bericht sagt außerdem, dass die Erwärmung durch Treibhausgase in den letzten 10.000 Jahren nicht so hoch war und unser Zutun beispiellos ist.

Wir leben in einem Treibhaus
Das Leben auf der Erde hängt von der Sonnenenergie ab. Ungefähr die Hälfte dringt durch die Atmosphäre ein, passiert Luft und Wolken bis zur Oberfläche. Dort wird das Licht absorbiert und als Infrarotwärme wieder zurückgestrahlt. Rund 90 Prozent dieser Wärme, die zurück geht, wird von Treibhausgasen absorbiert und wieder zur Erdoberfläche geschickt. So entsteht eine Durchschnittstemperatur von 15 Grad, die das Leben auf der Erde ermöglicht.

Sonneneinstrahlung

Es gibt Grund zur Annahme, dass Änderungen der Sonnenenergieleistung für den Klimawandel verantwortlich sind, da die Sonne die wichtigste Energiequelle ist, die unser Klimasystem betreibt.

Tatsächlich spielte die Sonnenenergieschwankung bereits in vergangenen Klimawandel eine Rolle. Beispiel: ein Rückgang der Sonnenaktivität ist aller Wahrscheinlichkeit nach für den Anfang der kleinen Eiszeit zwischen 1650 und 1850 verantwortlich, als Grünland wegen dem Eis von der Welt abgeschnitten war. Zwischen 1410 und 1720 verbreiteten sich die nördlichen Gletscher bis an die Alpen.

Es existieren verschiedene Beweise darüber, dass die aktuelle Erderwärmung kein Resultat von veränderter Sonnenaktivität ist:

  • Seit 1750 ist die Menge der Sonnenenergie weder zurückgegangen noch angestiegen. Die Werte sind konstant.
  • Falls die Erwärmung von der Sonne ausgehen würde, so sind sich die Wissenschaftler einig, würden auch alle anderen Schichten der Atmosphäre wärmer sein. Stattdessen haben sie eine Abkühlung der obersten Schicht und ein Erwärmen der unteren Schichten bemerkt. Der Grund: Treibhausgase werden von den unteren Schichten der Atmosphäre geblockt.
  • Klimamodelle, die Änderungen der Sonnenaktivität mit einbeziehen, können die beobachtete Temperaturentwicklung des vergangenen Jahrhunderts und mehr nicht nachvollziehen, ohne einen Anstieg der Treibhausgase hinzuzufügen.
Woher wissen wir, dass die Sonne nicht die Schuld für die Erderwärmung trägt?

Seit 1978 hat eine Reihe von Satelliten die ausgehende Energie der Sonne direkt gemessen. Über einen Zeitraum von 30 Jahren Observation haben die Satellitendaten ergeben, dass die Menge der Energie abgenommen hat. Deshalb kann es an der Sonne nicht liegen.

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Andere Indikatoren und Analysen haben bewiesen, dass die Sonne für maximal 10 Prozent der Erderwärmung im 20. Jahrhundert verantwortlich ist. Dabei handelt es sich um einen Maximalwert, der viel niedriger sein dürfte. Das reicht nicht für die Wärmeentwicklung, die wir im moment haben.

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Manfred Strecker
Manfred Strecker ist Politikwissenschaftler und Mitglied bei Greenpeace. Manfred untersucht seit seinem Jugendalter Möglichkeiten, die Umwelt nachhaltig durch Technologie zu verbessern und schreibt darüber auf Energieinitiative.org .
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