Die Formel E – das erste Rennen mit solarbetriebenen Autos

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Autos, die solarbetrieben sind, werden am Wochenende am ersten Rennen mit 100 % elektrisch betriebenen Autos gegeneinander antreten.

Die Organisatoren gehen davon aus, dass rund 60.000 Besucher das Formel E Rennen am Wochenende anschauen werden, das im Battersea Park, London stattfindet.

Alejandro Agag, President der FIA Formula E, glaubt, dass es das erste Rennen sein wird, bei dem solarbetriebene Autos mitmachen.

Die Sicherheits- und Notfallautos werden in der Boxengasse durch Batterien aufgeladen, die mit einer kleinen Solarkraftanlage verbunden sind, die aus 26 Solarpanels besteht. Dieser Strom wird auch dafür genutzt, um die Fernsehgeräte, die Ticketschalter und die Ladestationen für Smartphones zu betreiben.

Laut Agag muss die Technologie zur Stromspeicherung weiterentwickelt werden, bis alle Autos auf diese Weise betrieben werden können. Die 10 Zwei-Mann-Teams wechseln momentan bei dem Stopp in der Boxengasse ihre Autos, anstatt diese aufzuladen.

Agag sagte: „Das Problem mit der Solarkraft ist der Rhytmus der Stromproduktion oder die Anzahl der Solarpanels, die zu einem Wiederaufladen nötig sind. Um alle Rennautos aufzuladen, müsste der ganze Park mit Solarpanels bedeckt sein“.

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Alejandro Agag

„An diesem Wochenende möchten wir beweisen, dass es möglich ist. Alles, was dazu nötig ist, ist die Stromspeicherung. Wenn der Strom für einen Tag gespeichert werden könnte, wäre genügend Strom da, um alle Autos zu laden“.

Agag sprach am Mittwoch auf der Low Carbon Vehicle Partnership Jahreskonferenz in London, auf welcher der britische Transportminister ankündigte, dass die Regierung plant, bis 2050 alle Autos auf der Straße mit Autos auszutauschen, die ultra niedrige Emissionen haben. Damit soll das Problem der Todesfälle angegangen werden, für welche die Luftverschmutzung verantwortlich ist.

„Eines Tages werden Elektroautos eine klare Wahl für die meisten Fahrer darstellen. Das ist die Möglichkeit Großbritannien zu einem der weltweit größten Elektroautomärkte auszubauen und zu den größten Elektroautoherstellern zu werden“, sagte Andrew Jones, der in der vergangenen Woche seine erste Fahrt in einem Elektroauto hatte.

„Elektroautos mit ultra niedrigen Emissionen helfen nicht nur dabei CO2 zu minimieren und gegen den Klimawandel anzukämpfen – sie sorgen auch für eine frischere Luft. Die Eindämmung der momentanen Emissionen könnte jährlich bis zu 29.000 Leben retten. Das ist eine große Nummer. Wir müssen aktiv werden, um die Gesundheit unserer Landsleute zu schützen“.

Eine Studie der Cambridge Econometrics, die im März veröffentlicht wurde, sagt voraus, dass bei einem Wechsel zu Elektroautos, die Ölimporte um 40 % verringert und 19.000 Arbeitsplätze geschaffen werden könnten.

Aus der Studie geht hervor, dass durch Elektroautos die Emissionen bis 2030 um 47 % gesenkt werden könnten. Jeder Fahrer könnte jährlich 1.000 Pfund an Sprit sparen. Die Studie besagt außerdem, dass der Wechsel das Ende der Luftverschmutzung bedeuten könnte. Innerhalb von 35 Jahren könnte Stickoxid und seine Partikel aus der Luft verschwinden und eine Einsparung von einer Milliarde Pfund bringen, da Erkrankungen der Atemwege minimiert werden.

Eine Umfrage von 303 Experten des Low Carbon Vehicle Partnership fand heraus, dass die Hälfte von ihnen bei dem nächsten Kauf ihres Wagens ein elektrisch Betriebenes oder ein Hybridauto wählen werden. 14 % der Teilnehmer besitzt bereits ein Elektro- oder Hybridauto.

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Die Rennstrecke der Formel E im Battersea Park

Befürworter von Elektroautos erhoffen sich durch die Formel E einen Durchbruch zum Mainstream durch technologische Innovation. Das Event soll aber auch die Aussage vom britischen AA Presidenten Edmund King widerlegen. Er sagte aus, dass Elektroautos ein Milchwagen-Image haben (in Großbritannien wird Milch mit Elektroautos ausgeliefert).

King argumentiert damit, dass ein Ausführen der Formel E in Städten den Katalysator für den Wechsel sein könnte. Die Formel E Meisterschaft wird nicht nur in London, sondern auch in Peking, Berlin, Buenos Aires und Los Angeles ausgetragen.

Agag sagt, dass die Formel E „den Motorsport wieder relevant machen“ könnte. Wäre die Formel E in einer traditionellen Umgebung, wie dem Donington Park, angesetzt, gäbe es schätzungsweise nur 5.000 Zuschauer.

Agag meint, dass das Anziehen von jungen Menschen elektrische Autos „spaßig und sexy“ machen würde. Die Formel E ist insbesondere für junge Menschen geeignet, da der Lautstärkepegel 80 Dezibel beträgt. Die Formel 1 hingegen produziert bei Rennen im Vergleich ganze 130 Dezibel. Die geringe Lautstärke ermöglicht Musik und sonstige audiovisuelle Effekte.

„Die Welt bewegt sich in unsere Richtung. Es ist nicht einfach, 50- oder 60-jährige dazu zu bringen, ein Elektroauto zu kaufen. Wichtiger sind die Kinder, die sich mit 18 Jahren ein Auto kaufen werden. Wir können die kommenden Generationen auf diese Weise positiv beeinflussen“, sagte Agag.

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Manfred Strecker ist Politikwissenschaftler und Mitglied bei Greenpeace. Manfred untersucht seit seinem Jugendalter Möglichkeiten, die Umwelt nachhaltig durch Technologie zu verbessern und schreibt darüber auf Energieinitiative.org .
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