Deutschlands Umweltzonen – Wie sinnvoll sind Feinstaubplaketten?

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Dass saubere Luft zwar zwingend notwendig, aber nicht überall frei verfügbar ist, zeigt uns der Kulturraum China. Teilweise ist der Smog dort so dicht, dass die Sichtweite auf wenige Meter reduziert ist. Kein Wunder, dass sich dort Atemschutzmasken zu einem alltäglichen Accessoire entwickelt haben. Damit es in Deutschland nicht so weit kommt, sollen Umweltzonen zur Luftreinhaltung beitragen. Mittlerweile gibt es in vielen deutschen Städten Umweltzonen, die nur noch von Autos mit Feinstaubplakette befahren werden dürfen. Doch es herrscht Uneinigkeit darüber, ob diese Zonen überhaupt sinnvoll sind und wirklich einen positiven Effekt auf die Luftqualität haben.

Umweltzone – Deutschland sorgt für klare Sicht

Von Bildern wie Smog und Atemschutzmasken ist Deutschland glücklicherweise weit entfernt. Das liegt mitunter daran, dass die Bundesregierung auf den Befund hoher Werte von krebserregenden Luftschadstoffen im Jahr 1991 reagiert hat. Städten und Gemeinden mit Ballungsräumen wurde eine Umweltzone zugewiesen, da besonders dort das starke Verkehrsaufkommen für erhöhte Stickstoffoxid-Ausstöße sorgt. Die Einführung einer solchen Schutzzone hat das Ziel die Feinstaubbelastung in Deutschlands Innenstädten zu verringern und die Luft schadstoffarm zu halten.

Gesetzliche Regelungen zur Verbesserung der Luftqualität

Mittlerweile sind europaweit elf Länder mit über 300 Umweltzonen an der Verbesserung der Luftqualität beteiligt. In Deutschland wurden im Januar 2008 in Hannover, Köln und Berlin die ersten Umweltzonen eingerichtet. Der Beginn dieses umweltschonenden Bereiches ist mit gesonderten Schildern kenntlich gemacht. Im Januar 2015 haben 50 Städte in elf Bundesländern Umweltzonen.

Schild-Umweltzone

Beginn einer Umweltzone (© stockWERK / fotolia.com)

Zur Kontrolle der Fahrverbote von Autos mit hohem Emissionsausstoß führt die Bundesregierung 2006 die Plakettenverordnung ein. Sie regelt bundeseinheitlich die Kennzeichnung von Pkw, Lkw und Bussen mit den sogenannten Umweltplaketten. Je nach Abgaseinstufung des Fahrzeuges und Zuweisung zur Schadstoffgruppe erfolgt die Vergabe der Plakette in den Farben Grün, Gelb und Rot. Die vorgeschriebenen Grenzwerte liefert der Luftreinhalteplan, der im Bundes-Immissionsschutzgesetz (BimSchG) verankert ist.

Bei Missachtung der vorgeschriebenen Plakettenpflicht wird seit der Einführung des neuen Bußgeldkataloges im Mai 2014 für das unrechtmäßige Befahren einer Umweltzone eine Strafe von 80 Euro fällig.

Umstrittene Meinungen zur Umweltplakette

Die Meinungen zum Thema Feinstaubplakette gehen weit auseinander. Die einen sind für die Abschaffung der Regelung, die anderen für eine Verschärfung.

Eine Mitschuld am langsamen Fortschritt des Luftreinhalteplans trägt mitunter die große Anzahl an Ausnahmeregelungen. So dürfen beispielsweise Old- und Youngtimer, Traktoren, zwei- und dreirädrige Kraftfahrzeuge sowie Baumaschinen ohne Überprüfung die Umweltzone passieren.

Tatsächlich geht rund ein Fünftel der Feinstaubbelastung im Straßenverkehr von Baumaschinen aus. Auch andere Verbrennungsquellen aus Industrie und privaten Haushalten tragen zu einer hohen Feinstaubbelastung bei.

Um Kritiker zu besänftigen und den Prozess weiter voranzutreiben, stellt das Umweltbundesamt neue Forderungen für schärfere Emissionsgrenzwerte. Diese sollen für Industrieanlagen, Schiffe, Autos, Filteranlagen und für Baumaschinen gelten. Des Weiteren befürworten BUND, NABU und die Deutsche Umwelthife die Idee einer blauen Euro 6 Plakette. Sie soll Autos mit besonders geringem Stickstoffoxidausstoß kennzeichnen. Auch besteht für die Zukunft der Gedanke einer Null-Emissions-Zone, die nur noch Elektrofahrzeugen den Zugang gewährt.

Letztendlich kann jeder selbst entscheiden und zur Luftreinhaltung beitragen, indem er öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Das erspart nicht nur die lästige Parkplatzsuche, sondern kommt zugleich auch noch der Umwelt zugute.


Ein Gastbeitrag von Meike Behr

meike-behr

 

Meike Behr ist Masterstudentin der Medienwissenschaften an der Universität Bonn. Mit ihrem Wissen ansprechende Online-Texte zu schreiben, arbeitet sie als studentische Hilfskraft für den Webportalbetreiber netTraders.


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Manfred Strecker
Manfred Strecker ist Politikwissenschaftler und Mitglied bei Greenpeace. Manfred untersucht seit seinem Jugendalter Möglichkeiten, die Umwelt nachhaltig durch Technologie zu verbessern und schreibt darüber auf Energieinitiative.org .
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1 Kommentar

  1. Avatar

    Meiner Meinung nach werden immer neue Plaketten herauskommen, um die Etablierung von Elektroautos zu beschleunigen. An und für sich finde ich das aber auch ganz gut so. Ich freue mich auf die neue Generation von Autos.

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