Carlsberg träumt von Pappmaché-Flasche

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Die Pappmaché-Flasche ist biologisch abbaubar und soll die Umweltbelastung des Unternehmens reduzieren.

Der dänische Bierbrauer Carlsberg hat sich mit dem Verpackungsunternehmen ecoXpac, dem Innovation Fund Denmark und mit der Technischen Hochschule Dänemark zusammen getan, um die erste biologisch abbaubare Flasche der Welt zu produzieren.

In dem 3-jährigen Projekt hofft das Unternehmen die Green Fiber Bottle herzustellen, wie sie von ihm genannt wird, die aus nachhaltig gewonnenen Holzfasern gefertigt wird. Im Gegensatz zu Plastik oder Glas, die aktiv von den Kunden recycled werden müssen (und das tun sie nicht wirklich), baut sich die Flasche selbst biologisch ab anstatt Jahrhunderte auf der Mülldeponie zu verharren.

Welchen Unterschied kann eine Bierflasche machen? Die Carlsberg Gruppe verkaufte im Jahr 2013 36 Milliarden Flaschen in 150 Märkte. Trotzdem soll die neue Flasche, falls sie ein Erfolg wird, die alten Carlsberg Flaschen nicht ablösen, wie Jim Daniell, Direktor des Reputation Managements von Carlsberg, verkündete.

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Die Attribute der Papierflasche

„Es ist noch zu früh klare Ansagen zu machen, da es ein 3-jähriges Projekt in Entwicklung ist“, sagt Daniell. „Die Idee ist es, die Green Fiber Flasche als Option anzubieten. Es ist wichtig den Kunden mehrere Optionen zu bieten, die sowohl nachhaltig als auch praktisch sind. Hier in Dänemark ist die Mehrwegflasche aus Glas auch eine nachhaltige Option. Sie ist kulturell hervorragend integriert und ist Teil des Alltags. Die Flaschen werden mehr als 30 Mal wiederverwendet, ehe sie recycled werden, weshalb wir unseren Kunden beide Optionen anbieten möchten“.

In den USA wäre die Green Fiber Flasche wohl eine hervorragende Alternative zu Mehrwegflaschen, da nur 12 % des Glases dort 2012 recycled wurden. Dies besagt eine Studie der EPA.

Carlsberg ist währenddessen nicht darum bemüht die neue Technologie geheim zu halten. Daniell sagte gegenüber MNN: „Auch wenn wir die Führungsrolle in der Entwicklung übernehmen, würden wir uns sehr freuen, wenn auch andere Unternehmen von dieser Technologie künftig profitieren“.

Eine nachhaltigere Verpackung würde dem Unternehmen viel bringen. Laut dem Jahresbericht 2013, macht die Verpackung momentan rund 45 % des CO2-Ausstoßes des Unternehmens aus und ist ein Faktor, der die Kosten steigen lässt. Neben der Tatsache, dass die Flaschen künftig aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt werden würden, sind sie auch noch leichter als Glasflaschen, was die Umweltbelastung von Carlsberg reduzieren würde. Ein geringeres Gewicht der Flasche würde zur Folge haben, dass weniger Energie (Treibstoff, Strom und andere Energiearten) für den Transport benötigt werden würde.

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So könnte die Flasche bald aussehen

Andraea Dawson-Shepherd, Vizepräsidentin für Unternehmensangelegenheit sagte über die Initiative: „Bei Carlsberg sind wir alle fest von der Kreislaufwirtschaft und der Sicherung eines nachhaltigen Zukunftswachstums überzeugt und deshalb sind das hervorragende Nachrichten. Wenn das Projekt erfolgreich wird, wovon wir ausgehen, wird es einen Wandel in der Art, mit der wir Flüssigkeiten abpacken, einläuten. Es wird ein wichtiger Schritt auf unserer Reise zu einer Kreislauf- und Null-Müll-Wirtschaft sein“.

Während einer Rede über Nachhaltigkeit auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, machte Carlsberg diese Ankündigung. Die Initiative ist Teil der Carslberg Circular Community (CCC) – „eine Kooperation zwischen Carlsberg und ausgewählten Partnern, deren Ziel es ist eine Kreislaufwirtschaft mit Null-Müll-Attributen zu schaffen“.

Bald könnten wir Bier aus Papierflaschen trinken. Das klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich, ist es aber nicht. Stell dir vor, wie es für frühere Generationen klang, als angekündigt wurde, dass Getränke bald in Pappkartons abgefüllt werden (Tetra Pak).

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Manfred Strecker ist Politikwissenschaftler und Mitglied bei Greenpeace. Manfred untersucht seit seinem Jugendalter Möglichkeiten, die Umwelt nachhaltig durch Technologie zu verbessern und schreibt darüber auf Energieinitiative.org .
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