Bakterien-Kraftstoff soll Benzin und Diesel ablösen

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Der in Bedford ansässige Entwickler von Kraftstoffen aus erneuerbaren Quellen Joule Unlimited hat Investitionen in Höhe von 40 Millionen US-Dollar aus seinem Eigenkapital und Risikokapital erhoben, um seinen Biokraftstoff bald in Serienproduktion herstellen zu können.

Die letzte Investitionsrunde wurde von existierenden Investoren, inklusive Flagship Ventures, geleitet und die Unternehmensfinanzierung auf insgesamt 200 Millionen US-Dollar gebracht.

Am Montag verkündigte das Unternehmen auch, dass ihr Ethanol US-amerikanischen und europäischen Spezifikationen entspricht. Eine Tatsache, die das Unternehmen nutzen möchte, um die Zustimmung der Regierung zu erhalten, die nötig ist, um den Ethanol-Kraftstoff vermarkten zu können.

Joule hat eine Technologie entwickelt, mit der sie erneuerbare Kraftstoffe aus Sonnenlicht, CO2 aus Abfall und speziell konstruierten Bakterien gewinnen können. 2012 hat sich Joule mit dem deutschen Autohersteller Audi zusammen getan, um den neuen Kraftstoff zu testen. Tom Einar Jensen, Leiter der Unternehmensentwicklung bei Joule, sagte in einem Interview, dass die Tests gut verliefen und künftig weitere Partnerschaften angekündigt werden. „Es handelt sich um bekannte Marken aus dem Bereich Öl und Gas sowie Luftfahrt“, sagte Einar Jensen.

Die neuen Investitionen werden in die stufenweise Industrialisierung der patentierten Technologie fließen. Dazu zählt auch die kurzfristige Expansion der Pilot-Produktionsstätte in Hobbs, New Mexico.

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Pilot-Produktionsstätte von Joule in New Mexico

Das Unternehmen wird auch anfangen ein 1000-Morgen-Kraftwerk zu bauen, dessen Produktion 2017 beginnen soll. Die Anlage soll das Potenzial haben, 150.000 Tonnen CO2 in 25 Millionen Gallonen Ethanol, bzw. 15 Millionen Gallonen Diesel jährlich umzuwandeln. Jensen sagt, dass die Anlage bis zum Ende des Jahrzehnts stehen soll.

Eigentlich werden Biokraftstoffe indirekt aus landwirtschaftlichen Abfällen oder Algen gewonnen, indem sie mehrere Prozesse durchlaufen. Die Kraftstoffe von Joules hingegen werden direkt mit Sonnenlicht und CO2 in einem einzigen Schritt umgewandelt. Die Kosten für den Biokraftstoff würden nur einen Bruchteil vom Benzin oder Diesel von der Zapfsäule betragen. Der Strom, der zur Erzeugung des Biokraftstoffes nötig ist, soll ebenfalls aus erneuerbaren Quellen stammen, um die Umwelt maximal zu schonen.

„Das, was wir machen, ist nicht banal“, sagte Jensen. „Was die Natur in einem Zeitraum von mehreren Millionen Jahren machte, machen wir nun in Echtzeit“.

Die Europäische Union und die USA bewegen sich in Richtung erneuerbare Kraftstoffe, was Jensen motivierte. Jensen sagte, angesichts der Tatsache, dass aktuell täglich 1,9 Millionen Barell Ethanol produziert werden, dass die Märkte für Biokraftstoffe groß sind, doch würde es noch viel Zeit kosten. Auf die Frage nach den Einnahmen durch den Biokraftstoff, antwortete Jensen, ohne ein Geheimnis aus dem Potenzial zu machen: „Wenn wir unsere Arbeit richtig machen, können wir in zehn Jahren mindestens hunderte Millionen machen“.

Bei Joule sind momentan 125 Menschen angestellt. 80 bis 90 Prozent davon sind in Bedford beschäftigt, während der Rest in New Mexico und in einem niederländischen Büro arbeitet. Jensen sagte, dass das Unternehmen auch weiterhin expandieren wird, die Entwicklung aber „mit dem bisherigen Entwicklungstempo verbunden sein wird“ – „zweistelliges prozentuelles Wachstum, vielleicht auch mehr“ im nächsten Jahr.

Letztes Jahr hatte das Unternehmen zwei Geschäftsführer: Paul Snaith, langjähriger Manager bei Shell, unter anderem auch Präsident und Geschäftsführer und Serge Tchuruk, ehemaliger Geschäftsführer bei Alcatel und derzeitiger Geschäftsführer von Joule.

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Manfred Strecker ist Politikwissenschaftler und Mitglied bei Greenpeace. Manfred untersucht seit seinem Jugendalter Möglichkeiten, die Umwelt nachhaltig durch Technologie zu verbessern und schreibt darüber auf Energieinitiative.org .
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